NEWSLETTERANMELDUNG

Ich möchte über neue Kolumnen informiert werden und erlaube, dass meine Angaben hierzu verwendet werden:


Anrede:

KONTAKT



NEWSLETTER
Jetzt abonnieren

AUTOR


KONTAKT


ARCHIV



Ich, der Soziale

Unser Kolumnist geht aus in der Parallelwelt. Und gibt Tipps, für die richtige Welt: zum Geldverdienen und Bücherlesen.

Very social Media (mit Kater).

Vergangene Woche war ich in Zürich. Bevor ich erzähle, was los war in der Stadt beziehungsweise was man dort machte als MvH, kurz ein Nachtrag zu der Spalte von vor einer Woche. Auf dem Hang, über den die Bergbahn St. Moritz Dorf–Chantarella führt, werden Mehrfamilienhäuser gebaut. Interessant: Die Wohnungen darin werden für zirka 10 000 Franken pro Quadratmeter zu kaufen sein (eine 3-Zimmer-Wohnung etwa kostet rund eine Million oder, gemessen an den in St. Moritz herrschenden Verhältnissen, wenig mehr als ein Autoabstellplatz). Falls man «einheimisch» ist. Doch um «einheimisch» zu sein, muss man nicht dort geboren sein oder so. Es reicht, wenn man in der Gemeinde Wohnsitz hat respektive nimmt. Mit anderen Worten: Wer eine Ehefrau, Mutter, Grossmutter et cetera so weit bringen kann, sich in St. Moritz anzumelden, kann Wohneigentum zu, sagen wir, einem Drittel des üblichen Preises kaufen (und zudem erzählen, er/sie habe ein Apartment unterhalb des Hauses von Lakshmi Mittal). Von der (kleinen) Familie Ihres Korrespondenten, nur zum Sagen, wollte niemand in die Gemeinde. Deshalb werden andere Leute viel Geld verdienen, wenn in schätzungsweise 25 Jahren diese Marktkorrektur abgeschafft wird (und zwar, wahrscheinlich, Leute, die bereits Wohneigentum haben in St. Moritz und auch nicht unbedingt zu den «Einheimischen» zählen, für die solche einigermassen preisgünstige Wohnungen im Grunde gedacht sind).

Jetzt Zürich. Das grand total der social entries in meinem Kalender für Woche 1 betrug null («Swiss Award 2011 – Die Millionen-Gala» sowie Weltwoche-«Weihnachtsfeier», Veranstaltungen mit halbfetten Namen also, finden heuer erst in KW 2 statt). Deshalb war die Zeit richtig, meinen Social-Media-Auftritt auf den Stand anzuheben, auf dem man sich 2012 befinden sollte. Für die, die es wissen möchten: Ihr Korrespondent hat seit 2005 eine Homepage im World Wide Web (markvanhuisseling.ch); mvh.ch, nebenbei, wird benutzt vom Musikverein Herisau, das ist in Ordnung, und das Kürzel dieser Medien Vielfalt Holding, der die Basler Zeitung gehört, übrigens, ist MVH. MvH war ein early bird im Netz, ein früher Vogel, aber irgendwie fing er wenig Würmer sozusagen. Das ist jetzt, natürlich, anders – sein Newsletter, den er donnerstags versendet, geht an, ich sage nur, Massen von Empfängern mit viel Bildung und hohem Einkommen, das sie gerne ausgeben (werden auch Sie Abonnent, gratis). Und diese Massen öffnen, lesen, klicken an, um meine Botschaft (beziehungsweise die meiner Werbekunden) zu nutzen . . . Mein neuer Auftritt, nur zum Sagen, wurde gestaltet von «Gold Interactive», ich empfehle die Dienste dieser Firma.

Worüber ich sehr genaue Angaben habe beziehungsweise öffentlich machen könnte: Wer meine Post wann, wie oft, wo, auf was für ein Gerät et cetera herunterlädt. Ein Agent etwa, der Aufträge für seine Fotografen möchte, hat diese Woche 33-mal auf die Webseite zugegriffen. Ein Mitarbeiter eines Think-Tanks, der immer streng über die Weltwoche urteilt, 24-mal. Eine Selbständigerwerbende, mit der ich vor längerer Zeit kürzer, sagen wir, romantisch verbunden war (und die sagte, als wir uns sahen vor einiger Zeit, sie verfolge meine Arbeit nicht mehr), 9-mal. Mein Onkel Johann aus Melk (Niederösterreich) 8-mal. Und eine Society-Lady, die angekündigt hatte, sie verbringe den Jahreswechsel in Cabo San Lucas, nahm meine Mail in Illinois entgegen und so weiter. Als User ist man gläsern, kann man sagen (jetzt das Fenster zu schliessen, ist zu spät, ich habe Sie bereits gesehen. Aber macht nichts, mir dürfen Sie trauen).

Doch das, so sieht es aus, sind viele User gerne. Beispielsweise die, die ausserdem bei Twitter mitmachen und von dort in hoher Akkordfolge allen, die ihnen folgen, berichten, was sie zurzeit wo, weshalb, mit wem und so weiter machen. Ihr Kolumnist macht auch mit (@MyMvH). Er findet, und das war seine wichtigste Kurzbotschaft bis jetzt: «Wer mehr als sechs Tweets am Tag macht, hat wenig zu tun und weniger zu sagen.» (Das sind von denen, denen ich folge, etwa: «ThBenkoe», «leumund» oder «gerryreinhardt».) Falls jemand wissen möchte, weshalb MvH überhaupt mitmacht bei sozialen Medien (weil er ja schon ein bisschen berühmt ist und auch eine Freundin bereits hat): «[We’re Only] In It for the Money», wegen des Geldes (Copyright: Frank Zappa, mit dem ich nicht bekannt war).

Zum Schluss die ernste Nachricht. Im «Merkheft», dem Katalog von Zweitausendeins, einem «Kulturversandhaus» (Eigenreklame), fand ich unter der Überschrift «Die Wimmelseite», wo unter anderem mein zweites Buch bestellt werden kann, «Hobalala – auf der Suche nach João Gilberto» von Marc Fischer, mit dem ich bekannt war. Er ist vergangenes Jahr, nachdem er «Hobalala» fertig geschrieben hatte, gestorben, mit vierzig. Kaufen und lesen Sie sein Buch, ich tue es auch.